Die Dialyseabteilung ist im Haus 2, Nordtrakt, 4. Stock, lokalisiert.
Was ist Dialyse?
Dialyse ist eine „Blutwäsche“, d.h. es werden viele Aufgaben der Nieren, wie die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Salzen sowie der Ausgleich des Wasser- und Säure-Basenhaushalts, durch eine spezielle Behandlung übernommen. Ohne diese könnten Patient:innen, deren Nieren nicht mehr funktionieren, nicht überleben.
Es gibt verschiedene Dialyseverfahren; am häufigsten werden die Hämodialyse und die Peritonealdialyse angewendet.
Hämodialyse
Bei der Hämodialyse wird das Blut über eine (meist am Arm angelegte) arteriovenöse Fistel, den sogenannten Shunt, oder über einen besonderen Dialysekatheter entnommen und außerhalb des Körpers im Dialysator gereinigt. Eine Dialysebehandlung dauert im Durchschnitt vier Stunden. Meistens sind drei solcher Behandlungen pro Woche notwendig.
Die Dialyseeinheit an der Universitätsklinik für Innere Medizin IV in Innsbruck verfügt über 16 Dialyseplätze. Diese Einheiten werden täglich in drei Schichten genutzt.
Peritonealdialyse
Bei der „Bauchfelldialyse“ (sogenannter Peritonealdialyse) dient das Peritoneum als Filter. Die harnpflichtigen Substanzen gelangen vom Blut durch das Peritoneum (Filter) in dieses Dialysat, das mehrmals täglich ausgetauscht wird. Um diese Wechsel durchführen zu können, wird dem Patienten/der Patientin ein Katheter durch die Bauchwand eingesetzt, der dort dauerhaft verbleibt. Diese Dialysebehandlung wird in der Regel zu Hause durchgeführt. Eine typische Behandlung sieht 3-4 tägliche Wechsel von ca. 1.500-2.500 ml Dialysatflüssigkeit vor (an sieben Tagen in der Woche).
Auch eine nächtliche Peritonealdilayse mit Hilfe eines speziell hierfür vorgesehenen Gerätes (Cycler) ist möglich.
Extrakorporale Verfahren (Plasmapherese und Immunadsorption)
Unter einer Plasmapherese versteht man ein Verfahren, bei dem das Plasma des Patienten/der Patientin entfernt wird und entweder durch Plasma gesunder Spender:innen oder durch eine Eiweißlösung (Albumin) ersetzt wird. Dadurch können „schädliche“ Moleküle aus dem Blut entfernt und durch „gesunde“ ersetzt werden. Indikationen sind z.B. Anti-GBM Erkrankung mit lebensbedrohlichem Verlauf.
Die Immunadsorption ist ein Verfahren, bei dem Antikörper aus dem Blut des Patienten/der Patientin selektiv entfernt werden können. Diese Therapie benötigt in der Regel keine Substitutionsflüssigkeit (z.B. Albumin). Diese Therapie wird z.B. zur Vorbereitung auf eine Nierentransplantation (hoher Sensibilisierungsgrad der potenziellen EmpfängerInnen, Transplantation bei Blutgruppenunverträglichkeit) angewandt.